Therapieleistungen für Kinder & Jugendliche und junge Erwachsene

Die Therapie für Kinder und Jugendliche läuft in vielen Punkten anders ab als bei Erwachsenen, da sie sich noch in der Entwicklung befinden und oft andere Ausdrucksformen brauchen. Hier ist ein Überblick darüber, wie so eine Therapie typischerweise abläuft:


1. Erstkontakt & Kennenlernen

  • Ziel: Vertrauen aufbauen, offene Atmosphäre schaffen.

  • Die erste Kontaktaufnahme erfolgt meist durch die Eltern oder eine Bezugsperson.

  • Im Erstgespräch (manchmal auch mehrere) werden Probleme, Sorgen und der Anlass für die Therapie besprochen.

  • Es wird geklärt, ob eine Therapie sinnvoll ist und welche Art am besten passt.


2. Diagnostikphase (Probatorik)

  • Dauer: Meist 5 Sprechstundentermine und 6 probatorische Sitzungen (gesetzlich vorgesehene "Probetermine").

  • Ziel: Das Kind oder der/die Jugendliche lernt die Therapeut*in kennen, und umgekehrt.

  • Es werden:

    • Gespräche geführt (je nach Alter auch mit den Eltern).

    • Fragebögen eingesetzt.

    • Beobachtungen gemacht.

    • Tests (z. B. Intelligenz-, Aufmerksamkeits-, Entwicklungstests) durchgeführt.

  • Am Ende dieser Phase wird entschieden, ob eine Therapie beginnen soll.


3. Therapieplanung

  • Gemeinsame Zielvereinbarung: Was soll sich verändern?

  • Die Therapeut*in erstellt einen Behandlungsplan und beantragt ggf. die Therapie bei der Krankenkasse (bei Kassentherapie).

  • Bei Bedarf werden auch andere Institutionen einbezogen (z. B. Schule, Jugendhilfe, Ärzte – mit Einverständnis der Eltern).


4. Therapieverlauf

  • Therapieform: meist Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Psychotherapie

  • Methoden je nach Alter:

    • Jüngere Kinder: Spieltherapie, Malen, Basteln, Geschichten erzählen – so verarbeiten sie Gefühle.

    • Ältere Kinder/Jugendliche: Gespräche, Übungen zur Emotionsregulation, Rollenspiele, kognitive Techniken.

  • Es geht z. B. um:

    • Ängste

    • Aggressionen

    • Depression

    • Identitätskrisen
    • Pubertätskrisen
    • Schulprobleme

    • SVV (selbstverletzendes Verhalten)
    • ADHS

    • Trauer, Scheidung der Eltern, Mobbing usw.

  • Elternarbeit: Sehr wichtig! Die Eltern werden regelmäßig mit einbezogen (z. B. durch Elterngespräche, Beratung, gemeinsame Sitzungen) sowie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach Bedarf.


5. Abschlussphase

  • Wenn die Ziele erreicht sind oder sich die Situation verbessert hat, wird die Therapie langsam beendet.

  • In den letzten Sitzungen wird die Veränderung reflektiert, Erfolge gestärkt und Rückfällen vorgebeugt.


Dauer der Therapie:

  • Kurzzeittherapie: z. B. 12–24 Sitzungen.

  • Langzeittherapie: mehrere Monate bis Jahre, je nach Problemstellung.

  • Sitzungen finden meist wöchentlich statt.